Über Dr. Rotraut Wurst

Dr. Rotraut Wurst vor ihrer buntbemalten Hauswand

Dr. Rotraut Wurst Jg. `62 in Ludwigsburg (Württ.). Tochter von Christiane Wurst-Egerer (Oberlehrerin: Grund- und Sonderschule) und Werner Robert Wurst (Koch und begeisterter Hobbykünstler).

Von meiner Mutter habe ich die Liebe zum Lernen und sich ständig neu weiterzubilden, außerdem die Liebe zur Musik, von meinem Vater die Liebe zu Kunst, sei es das Zeichnen oder die Malerei, sowie das Arbeiten mit Holz und Stein, zum Grenzen Ausprobieren und der eigenen Phantasie Raum zu geben, immer Neues zu entdecken.

Nach dem Besuch der Grundschule (Ludwigsburg-Eglosheim, Württ.), besuchte ich das Friedrich-List-Gymnasiums in Asperg (Württ.), wo ich die Möglichkeit bekam, zum einen durch einen Kunstlehrer und freischaffenden Künstler, wie auch durch den Direktor des Gymnasiums, mich künstlerisch auszutoben.

Kunst in meinem Leben

Das erste Bild dort ist ein veränderter Ernst Ludwig Kirchner (Fünf Frauen auf der Straße von 1915), die nun von kleinen, fetten Männern “umschwirrt werden”, das andere sind zwei Van Goghs in einem, Der Olivenhain, 1889 und “Ein Paar schwarze Stiefel, 1886. Wer mag die Stiefel im Olivenhain vergessen haben?

Der Direktor des Friedrich-List-Gymnasiums in Asperg (Württ.), Kurt Gutjahr (geb. 1930 –  verst. 2019) hatte mir eine Wand neben dem Schuleingang zum Bemalen gegeben, da er meiner Argumentation folgte, dass er Schmierereien an der Schule, wie “schade, dass Beton nicht brennt!” nur so Herr werden könne. Und tatsächlich, das Bild blieb jahrelang unangetastet.

Als am 27.05.2011 ich einen Gästebucheintrag mit seiner üblichen Unterschrift unter Klassenarbeiten „Gj“ erhielt, war ich perplex. Er hatte mich tatsächlich nach all den Jahren in hohem Alter gegoogelt:

“liebe rotraut,
für den netten brief herzlichen dank.Ihre guten wünsche zum, allerdings noch nicht ganz runden geburtstag haben mich sehr gefreut. Die sache mit der bebbadaggelichen eselsbrücke hatte ich völlig vergessen!! Bedingt durch eine längere reise nach und durch neuseeland und australien kam ich erst jetzt dazu ihre tolle website zu lesen: eine hans-dampf-männin in allen bereichen; dass es so ähnlich laufen würde, habe ich damals schon leise geahnt. Ein bisschen risiko, ein bisschen abenteuer gepaart mit der soliditaet der wissenschaft: eine fantastische mischung, finde ich.


ich gratuliere zu diesem eigenwilligen weg und wünsche Ihnen die notwendige beharrlichkeit und daraus resultierend großen erfolg und tiefe zufriedenheit.
Ihr Gj”

Gästebucheintrag von Gj, 27.5.2011 um 14:27 Uhr

Doch auch ein anderer Lehrer förderte meinen Kunstdrang. Roland Wesner (geb. 1940 – verst. 1987). Er war freischaffender Künstler und glücklicherweise auch Kunsterzieher am FLG. 1973 initiierte er den Kunstverein Ludwigsburg, dessen Gründungsmitglied er auch war.

Roland Wesner war in der Oberstufe mein Kunstlehrer, der mich förderte und nicht nur bewog im Abitur mich im mündlichen Prüfungsfach für Kunst zu entscheiden, sondern auch in meinem Wunsch unterstützte, Kunst zu studieren. 

Die Mappe war bereits fertig, doch meine Mutter, Oberlehrerin (Grund- und Sonderschule) legte ihr Veto ein. Ich müsse „etwas Richtiges“ werden.

Erst spät, beim 80. Geburtstag meines Vaters Werner Robert Wurst (geb. 1915 – gest. 1996), der mich Zeit seines Lebens in künstlerischer Hinsicht unterstützte, erfuhr ich von ihm, dass er zwei Semester auf der Kunstakademie gewesen war. Da das Geld ausging, musste er eine Ausbildung zum Koch machen, um im Ratskeller in Ludwigsburg, den seine Mutter gepachtet hatte, mitzuhelfen. Koch zu sein, erhob er jedoch zur Kunst. Und alle kamen, um in den mehrgängigen Menüs zu schlemmen.

Er, der Linkshänder, war es, der mir als Kind die Liebe zur Kunst eröffnete und beibrachte, zu zeichnen, zu malen und – als Linkshänderin wie er – mit Rechtshänderscheren trotzdem zu schneiden, zu schnitzen und zu basteln. 

Die Malerei hat mich so, seit ich denken und einen Stift halten kann, begleitet.